Kontraindikationen / Gegenanzeigen

Wichtige Sicherheitshinweise zu unseren Medizinprodukten

Bei allen Medizinprodukten sind besondere Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten allgemeinen Hinweise für die bei uns erhältlichen Technologien - getrennt nach Anwendung am Menschen und in der Tierphysiotherapie. Vor der Anwendung sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt. Bei Fragen zu den Geräten und Kontraindikationen beraten wir Sie gerne.

Wichtiger Hinweis: Die folgenden Angaben beschreiben die wichtigsten Kontraindikationen je Therapieform allgemein. Einzelne Geräte und Hersteller können jedoch eigene, zusätzliche oder abweichende Kontraindikationen vorgeben - zum Beispiel andere Altersgrenzen, zusätzliche Tabuzonen am Körper oder besondere technische Vorgaben. Lesen Sie daher vor jeder Anwendung zusätzlich immer die Gebrauchsanweisung bzw. das Einweisungsdokument des jeweiligen Geräts.


Für Menschen (Humanmedizin)

Elektrotherapie (EMS / TENS)

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind keine bedeutenden Nebenwirkungen bekannt.

Bei besonders empfindlichen Personen kann sich nach der Behandlung eine Rötung der Haut unter den Elektroden zeigen. Sie verschwindet in der Regel wenige Minuten nach der Behandlung. Halten Sie Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn die Rötung bestehen bleibt.

In seltenen Fällen führt eine Stimulation am Abend zu verzögertem Einschlafen. Verlegen Sie die Anwendung in diesem Fall auf den Tag.

Nicht anwenden bei:

  • Herzschrittmacher oder anderen implantierten elektronischen Geräten
  • Herzerkrankungen und schweren Herzrhythmusstörungen
  • Epilepsie (sofern nicht ärztlich anders verordnet)
  • Schwangerschaft
  • Tumorerkrankungen (bitte Rücksprache mit der behandelnden Onkologie)
  • Tuberkulose, juvenilem Diabetes, akuten Viruserkrankungen, Pilzinfektionen und Dermatitis
  • akuten Infektionen und akuten Traumata
  • Schmerzen unbekannter Ursache
  • Venenthrombose und Thrombophlebitis
  • Trägern magnetisierbarer Prothesen
  • Kindern (sofern nicht ärztlich anders verordnet)

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • Halsvorderseite (Karotissinus), Kopf- und Gehirnregion, Augen
  • durch den Brustkorb hindurch (Elektroden nie so platzieren, dass der Strom das Herz durchquert)
  • Wunden, Hauterkrankungen, Hautläsionen, frische Narben, Genitalbereich

Sicherheitshinweise: Elektroden niemals während des Autofahrens oder Bedienens von Maschinen anlegen. Nicht in Badewanne, Dusche oder Sauna anwenden. Elektroden nur auf saubere, trockene, unverletzte Haut aufbringen. Nicht gleichzeitig mit hochfrequenten chirurgischen Geräten verwenden. Intensität stets langsam steigern - die Stimulation soll deutlich spürbar, aber nie schmerzhaft sein.


Ultraschalltherapie

Nicht anwenden bei:

  • schweren Herzrhythmusstörungen oder Herzschrittmacher
  • Herzkrankheiten und/oder schweren Herz-Kreislauf-Problemen
  • Epilepsie
  • fortschreitender Phlebitis, Thrombophlebitis, Venenthrombosen
  • Fieberzuständen, Angstattacken oder schweren Erkrankungen
  • Tuberkulose, Wirbelsäulenerkrankungen (je nach Befund)
  • bösartigen Tumoren und Neubildungen
  • lokalen Infektionen und Entzündungen, offenen Wunden und Hautverletzungen
  • schwerer Osteoporose
  • Arteriopathien (sofern nicht ärztlich verordnet)
  • Schwangerschaft, Kindern
  • Metallimplantaten (nach ärztlicher Beratung möglich)

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • Augenregion, Mund und Mundbereich
  • Halsbereich (Karotis-Sinus und drüsenhaltige Bereiche, insbesondere Schilddrüse - auch im Nacken aussparen)
  • Herzregion, Genitalbereich, Bauchraum und Region der Gebärmutter
  • Areale mit herabgesetztem Empfindungsvermögen

Sicherheitshinweise: Anwendung ausschließlich mit wasserbasiertem Ultraschallgel. Der Schallkopf muss durchgehend in langsamen, kreisförmigen oder vertikalen Bewegungen geführt werden und darf niemals stillstehen. Ohne ausdrückliche Freigabe nicht in Wasser eintauchen. Bei Schmerz, Brennen oder starker Hitze sofort abbrechen.


Magnetfeldtherapie

Nicht anwenden bei:

  • Schwangerschaft, Kindern
  • Herzschrittmacher oder anderen implantierten elektronischen Geräten (z. B. Insulinpumpen, Neurostimulatoren, Cochlea-Implantate)
  • Herzerkrankungen und schweren Herzrhythmusstörungen
  • Trägern magnetisierbarer Prothesen und Synthesematerialien
  • bösartigen Tumoren und Neubildungen
  • Tuberkulose, juvenilem Diabetes, akuten Viruserkrankungen, Pilzinfektionen, akuten Infektionen
  • Epilepsie (sofern nicht ärztlich anders verordnet)
  • Blutungsneigung und Gerinnungsstörungen
  • schweren Blutdruckschwankungen

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • über metallischen Implantaten aus ferromagnetischem Material sowie in der Nähe von Zonen mit magnetisierbaren Synthesematerialien im Gewebe (bei Zweifeln vorab ärztlich abklären)

Sicherheitshinweise: Magnetisch empfindliche Gegenstände vor der Anwendung ablegen: Uhren, Hörgeräte, Karten mit Magnetstreifen, Datenträger und Schmuck. Nicht zeitgleich mit TENS- oder Holter-Geräten anwenden.

Mehr dazu auch in unseren Artikeln zu Nebenwirkungen bei Magnetfeldtherapie und zur Wirkung der Magnetfeldtherapie.


Lasertherapie

Augenschutz: Laserstrahl niemals direkt auf die Augen richten - die Netzhaut kann dauerhaft geschädigt werden. Während der gesamten Anwendung ist eine zertifizierte Laserschutzbrille zu tragen: von der anwendenden Person bei Gefahr direkter Blendung, von der behandelten Person immer bei Gefahr direkter Exposition.

Absolute Gegenanzeigen - Behandlung darf nicht durchgeführt werden bei:

  • Hämophilie und anderen Blut- und Gerinnungsstörungen
  • aktiven Blutungen (Hämorrhagie)
  • aktiven Epiphysen (offenen Wachstumsfugen bei Kindern)
  • Bestrahlung der Hoden
  • Arealen mit lokal injizierten Medikamenten

Vorsichtsmaßnahmen - nur nach Rücksprache und mit erhöhter Vorsicht bei:

  • Schwangerschaft (keine Behandlung in Bauchnähe, große Dosen im Abdominalbereich vermeiden)
  • Krebs oder Krebsverdacht (nur durch Spezialistinnen/Spezialisten, nach schriftlicher Einwilligung und in Absprache mit dem behandelnden Arzt)
  • Hormondrüsen wie Schilddrüse und Eierstöcken (nicht direkt bestrahlen)
  • Transplantaten (keine Lasertherapie anwenden)
  • Metall- oder Kunststoffimplantaten (Stellen in direktem Kontakt nicht bestrahlen)
  • Herzschrittmachern (Gewebe in direktem Kontakt oder unmittelbarer Nähe nicht bestrahlen)
  • photosensibilisierenden Medikamenten
  • Epilepsie (pulsierendes sichtbares Licht im Bereich 5–10 Hz kann Anfälle auslösen)
  • Fieber
  • Sommersprossen, Muttermalen, Tätowierungen, Hautläsionen unbekannter Herkunft, dunklem/gebräuntem Teint (höheres Überhitzungs- und Verbrennungsrisiko)
  • blutenden Wunden (niemals direkt behandeln, Laser ca. 1 cm über der Wunde führen, ohne direkten Hautkontakt)
  • Kindern und Säuglingen (Dosis an das Körpergewicht anpassen)

Abbruchkriterien: Bei zu starker Hitze oder Schmerz während der Behandlung sofort abbrechen. Wird die Linse/Optik heiß, Behandlung pausieren und Gerät ausschalten.


Stoßwellentherapie

Gegenanzeigen - systemische Erkrankungen und Patientenzustände:

  • Blutgerinnungsstörungen (z. B. Hämophilie) oder Einnahme von Gerinnungshemmern (Antikoagulanzien wie Marcumar)
  • Thrombosen oder Neigung zu lokalen Thrombosen
  • Schwangerschaft
  • Tumor- und Krebserkrankungen sowie gut- oder bösartige Gewebewucherungen im Behandlungsbereich
  • Polyneuropathie (z. B. durch Diabetes mellitus)
  • akute Entzündungen, Eiterherde oder bakterielle/virale Infektionen im Behandlungsgebiet
  • instabile medizinische oder psychiatrische Erkrankungen sowie Epilepsie
  • vorausgegangene lokale Cortisontherapie im Behandlungsbereich (i. d. R. bis zu 6 Wochen vor Behandlungsbeginn)
  • Überempfindlichkeit oder Allergien gegen Lidocain oder Kortikosteroide

Anatomische Tabuzonen und empfindliche Gewebe:

  • künstliche/elektronische Implantate im Applikationsbereich (z. B. Herzschrittmacher, implantierte Defibrillatoren, Neurostimulatoren)
  • empfindliche Organe: Augen und Augenregion, Myokard, Rückenmark, Gonaden, Nieren und Leber
  • luft- oder gasgefüllte Organe (z. B. Lunge, Darm)
  • unmittelbare Nähe großer Nervenbündel, Hauptblutgefäße sowie Kopf und Hals/Nacken
  • Wachstumszonen von Knochen (Epiphysenfugen) bei Kindern und Jugendlichen
  • offene Wunden ohne sterile Barriere zwischen Applikator und Wunde
  • Hautareale mit sensorischem Defizit
  • vorgeschädigte/angebrochene Sehnen sowie Areale nach Gefäßrekonstruktionen (z. B. mit Stents)

Mögliche Nebenwirkungen:

Die Stoßwellentherapie gilt als nebenwirkungsarmes, nicht-invasives Verfahren. Eventuell auftretende Reaktionen sind in der Regel nicht schwerwiegend und klingen meist kurzfristig (Minuten bis wenige Tage) wieder ab:

  • lokale Hautreaktionen: Rötungen (Erytheme) und Schwellungen
  • Gefäßreaktionen: punktförmige Hautblutungen (Petechien) und oberflächliche Blutergüsse (Hämatome)
  • Schmerzreaktionen während der Behandlung oder vorübergehend verstärkte lokale Schmerzen/Stechen im Anschluss
  • vorübergehendes Taubheitsgefühl oder leichtes Kribbeln (Hypästhesie, Parästhesie)
  • erhöhtes Risiko für Hautschäden insbesondere nach kurz zuvor erfolgter Kortikoid-Therapie

Vorsichtsmaßnahmen und Anwendungshinweise:

  • stets mit der niedrigsten Intensitätsstufe beginnen und erst nach Rückmeldung der Patientin/des Patienten schrittweise steigern
  • ausreichend Kontaktgel zwischen Applikator und Haut auftragen, um Luftblasen zu vermeiden und die Energie vollständig zu übertragen
  • Applikator in leichten, kreisenden Bewegungen führen, damit maximal 300–400 Stöße punktuell auf eine Stelle treffen
  • bei längeren Behandlungsserien (z. B. radial nach spätestens 6.000 Stößen) eine Pause einlegen, da sich der Applikatorkopf erwärmen kann
  • nach Möglichkeit nicht auf lokalanästhesiertem Gewebe anwenden (fehlendes Schmerzfeedback)
  • Energie nicht unnötig direkt auf unbelastete Knochenstrukturen richten (außer bei explizit beabsichtigter Anwendung, z. B. Pseudarthrosen)
  • nur durch geschultes Fachpersonal; Applikator und Kabel vor jedem Einsatz auf Beschädigungen prüfen

TECAR / Diathermie

Absolute Gegenanzeigen - Behandlung darf nicht durchgeführt werden bei:

  • Herzschrittmacher und anderen implantierbaren elektronischen Geräten
  • Schwangerschaft
  • Tumoren und Neoplasien
  • lokalen oder systemischen Infektionen, Fieber
  • bestehenden oder drohenden Blutungen und Hämorrhagien, Gerinnungsstörungen
  • Venenthrombose und Thrombophlebitis
  • ischämischem Gewebe (unzureichende Durchblutung)

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • Kopfbereich, Augenpartie, Abdomen, Gonaden und Geschlechtsorgane

Relative Gegenanzeigen - individuell abwägen, besondere Vorsicht bei:

  • Bereichen mit herabgesetzter Empfindlichkeit (Hypästhesie)
  • stark übergewichtigen Patientinnen und Patienten
  • akuten Entzündungszuständen, Hautläsionen und aktiven dermatologischen Erkrankungen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Wärme oder Reizungen
  • Metallprothesen und Metallimplantaten (leiten Wärme)
  • Wachstumsfugen bei Kindern und Jugendlichen

Sicherheitshinweise: Nur durch qualifiziertes, geschultes Fachpersonal. Die behandelte Person muss während der gesamten Behandlung wach und ansprechbar sein. Metallische Gegenstände (Schmuck, Piercings, Hörgeräte) vor der Behandlung entfernen. Haut vorab sauber und trocken halten. Gerät vor jeder Anwendung prüfen, insbesondere die kapazitiven Elektroden auf Kratzer/Beschädigungen. Niemals unbeaufsichtigt behandeln.


Pressotherapie

Nicht anwenden bei:

  • akuter tiefer Venenthrombose
  • Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis)
  • schwerer, dekompensierter Herzinsuffizienz
  • aktiven Infektionen im Behandlungsgebiet
  • bösartigen Tumoren im Behandlungsgebiet

Nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden bei:

  • schwerer arterieller Verschlusskrankheit
  • offenen Wunden im Behandlungsgebiet
  • akuten Entzündungen
  • Nervenschäden mit eingeschränkter Druckwahrnehmung

Sicherheitshinweise: Manschetten nur auf unverletzter Haut anlegen. Mit niedrigem Druck beginnen - die Kompression soll deutlich spürbar, aber nie schmerzhaft sein. Bei Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Hautverfärbungen sofort abbrechen.


Vagusnervstimulation (tVNS)

Nicht vorgesehen für:

  • Patienten nach zervikaler Vagotomie
  • Patienten mit diagnostizierter schwerer Bradykardie
  • Patienten mit dauerhaft implantierten metallischen oder elektronischen Geräten oder Schmuck in unmittelbarer Nähe des Ohr-Tragus, der vor der Anwendung nicht entfernt werden kann
  • Schwangere1

Weitere Kontraindikationen (außer bei ausdrücklicher ärztlicher Beurteilung und ggf. Überwachung):

  • Aktive implantierte Geräte (z. B. Cochlea-Implantat, zerebraler Shunt, invasive VNS, Herzschrittmacher2) oder metallische Implantate mit möglicher Interaktion mit dem Nervensystem
  • Bekannte schwere koronare Herzkrankheit oder Myokardinfarkt in den letzten 5 Jahren
  • Pädiatrische Patienten2

1Schwangere wurden nicht in klinischen Studien untersucht.
2Pädiatrische Patienten und Träger von Herzschrittmachern wurden in klinische Untersuchungen mit der Parasym-Technologie einbezogen; bisher wurden im klinischen Umfeld keine gerätebedingten Störungen beobachtet (Forschungskontext).

Vor der Anwendung: Gebrauchsanweisung vollständig lesen, individuelle Fragen mit dem Arzt klären. Nurosym nur gemäß Anleitung bzw. ärztlicher Anweisung verwenden. Schmuck entfernen, der die Elektrodenplatzierung beeinträchtigen könnte. Nicht anwenden bei verletzter, rissiger oder tauber Haut am Tragus.

Potenzielle Risiken und Nebenwirkungen: Bei sachgemäßer Anwendung wird tVNS als niedriges Risiko eingestuft. Unerwünschte Effekte sind selten, meist mild und klingen in der Regel kurz nach der Anwendung ab. Häufigste lokale Reaktionen: Kribbeln, Druck-/Schmerzgefühl, Rötung, Juckreiz an der Elektrodenstelle bei Langzeitnutzung. Bei Nebenwirkungen: Anwendung beenden und ärztlichen Rat einholen. Bei dauerhaft zu hoher Intensität besteht ein Risiko lokaler Hautreizung bis hin zu Verbrennungen. Weitere seltene, in der Literatur beschriebene Effekte: Schwindel, Müdigkeit, Atemnot, Kopfschmerzen oder unregelmäßiger Herzrhythmus.


Für Tiere (Veterinärmedizin)

Elektrotherapie in der Veterinärmedizin

Keine Anwendung bei sedierten Tieren: Das Gerät darf nicht bei sedierten Tieren eingesetzt werden. Die Intensität wird anhand der Reaktion des Tieres eingestellt - nur ein waches Tier zeigt durch sichtbares Unwohlsein an, dass die Stimulation zu stark ist.

Nicht anwenden bei:

  • Tieren mit Herzschrittmacher oder anderen implantierten elektronischen Geräten
  • Herzrhythmusstörungen, Trächtigkeit
  • Schmerzen mit unbekannter Ätiologie
  • Wunden, Hautläsionen und dermatologischen Erkrankungen, akuten Traumata, frischen Narben
  • Tumorerkrankungen
  • akuten Infektionen und Fieberzuständen
  • Epilepsie
  • Venenthrombose und Thrombophlebitis
  • Welpen, Kätzchen und Fohlen

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • vordere Halsregion (Karotis-Sinus), Kopf- und Gehirnregion
  • Augenbereich - strengstens verboten
  • transthorakal (nicht gleichzeitig auf Brust und Rücken, Risiko von Herzrhythmusstörungen durch Überlagerung mit der Herzfrequenz)

Besondere Vorsicht bei: Kapillarbrüchigkeit (übermäßige Stimulation kann Kapillarrisse verstärken) und Arealen mit herabgesetztem Empfindungsvermögen oder neurologischen Ausfällen.

Sicherheitshinweise: Fell an den Elektrodenstellen scheren für sicheren Hautkontakt. Elektroden nur auf saubere, trockene, unverletzte Haut. Intensität langsam steigern und Tier dabei beobachten. Nicht in nasser Umgebung anwenden. Tier während der Behandlung nicht unbeaufsichtigt lassen.


Ultraschalltherapie in der Veterinärmedizin

Keine Anwendung bei sedierten Tieren: Schmerzempfinden äußert sich beim Tier durch sichtbares Unwohlsein - diese Rückmeldung des wachen Patienten ist zwingend erforderlich, um die Intensität sofort reduzieren oder die Behandlung abbrechen zu können.

Nicht anwenden bei:

  • Neoplasien (Tumorerkrankungen) - Ultraschall könnte die Verbreitung neoplastischer Zellen fördern
  • Hämatomen und frischen Blutungen
  • Thrombophlebitis und ähnlichen Erkrankungen (Embolie-Risiko)
  • akuten Infektionen im betroffenen Gebiet
  • Trächtigkeit, Fieberzuständen
  • schwerer Osteoporose (Ultraschall kann Knochenentkalkung begünstigen)
  • Epilepsie
  • Arealen mit herabgesetztem Empfindungsvermögen oder neurologischen Ausfällen

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • Herzregion, endokrine Drüsen, Auge und unmittelbare Umgebung
  • bestrahlte Bereiche (frühestens 6 Monate nach Strahlentherapie)
  • Metaphyse (Wachstumsfuge) bei Jungtieren während der Knochen-Wachstumsphase
  • über Metallprothesen/Metallsynthesematerial - Risiko schädlicher Wärmeakkumulation, insbesondere bei in der Tiermedizin häufig verwendeten Nicht-Titan-Metallen ohne verlässliche Ultraschall-Studien; Hersteller rät ausdrücklich davon ab

Sicherheitshinweise: Fell scheren oder ausreichend wasserbasiertes Gel einarbeiten für sichere Ankopplung. Schallkopf durchgehend in langsamen, kreisförmigen oder vertikalen Bewegungen führen, niemals stillstehen lassen. Nur bei ausdrücklicher Freigabe in Wasser eintauchen. Tier während der gesamten Behandlung beobachten.


Magnetfeldtherapie in der Veterinärmedizin

Absolute Gegenanzeige: Tiere mit Herzschrittmacher oder anderen Elektrostimulationsgeräten, etwa an der Wirbelsäule.

Nicht anwenden bei:

  • trächtigen Tieren
  • Welpen, Kätzchen und Fohlen
  • Herzrhythmusstörungen, schwerer ischämischer Herzerkrankung
  • Dermatitis und Pilzinfektionen
  • Neigung zu Blutungen
  • Fieber, Tumorerkrankungen
  • schwerwiegenden Blutdruckschwankungen

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • über metallischen Prothesen aus ferromagnetischem Material (z. B. Schrauben, Nägel) sowie in der Nähe von Zonen mit magnetisierbaren Synthesematerialien (bei Zweifeln Tierärztin/Tierarzt hinzuziehen)
  • über inneren Organen wie Eierstöcken, Herz und Kopf

Sicherheitshinweise: Nicht zeitgleich mit TENS- oder Holter-Geräten anwenden. Magnetisch empfindliche Gegenstände wie Ortungschips, Halsbandsender oder Hörhilfen vor der Anwendung entfernen, soweit möglich.


Lasertherapie in der Veterinärmedizin

Augenschutz: Laserstrahl niemals auf die Augen richten - weder auf die des Tieres noch auf die von Personen im Raum (ein Lidschlussreflex schützt bei Therapielasern nicht). Alle Anwesenden tragen eine zertifizierte Laserschutzbrille; die Augen des Tieres sind abzudecken oder aus dem Strahlbereich zu halten. Für Geräte der Klassen 3B und 4 gelten zusätzlich die Vorgaben zum Laserschutzbereich und zur laserschutzbeauftragten Person.

Absolute Gegenanzeigen:

  • Hämophilie und andere Blut- und Gerinnungsstörungen
  • aktive Blutungen
  • offene Wachstumsfugen (aktive Epiphysen) bei Jungtieren
  • Bestrahlung der Hoden
  • Areale mit lokal injizierten Medikamenten

Vorsichtsmaßnahmen bei:

  • Trächtigkeit (keine Behandlung in Abdomennähe)
  • Tumorerkrankungen/-verdacht (nur nach tierärztlicher Abklärung; pigmentierte Umfangsvermehrungen nicht bestrahlen - Melanome sind bei Hunden und Schimmeln häufig)
  • Hormondrüsen (Schilddrüse, Eierstöcke) - nicht direkt bestrahlen
  • Transplantaten, Metall-/Kunststoffimplantaten (Kontaktstellen nicht bestrahlen)
  • Herzschrittmachern und anderen implantierten elektronischen Geräten
  • photosensibilisierenden Medikamenten, Epilepsie, Fieber
  • blutenden Wunden (Applikator ca. 1 cm über der Wunde führen, kein direkter Kontakt)
  • Jungtieren (Dosis an Körpergewicht anpassen)
  • sediertem oder anästhesiertem Tier (fehlende Wärme-Rückmeldung - Dosis reduzieren, Areal kontinuierlich abfahren, Hauttemperatur regelmäßig prüfen)

Dunkles Fell und pigmentierte Haut: überhitzen deutlich schneller - Leistung reduzieren, Applikator kontinuierlich bewegen oder Abstand vergrößern; Fell im Behandlungsareal scheren oder scheiteln.

Abbruchkriterien: Bei Anzeichen von Hitze, Schmerz oder Unruhe sofort abbrechen. Wird die Optik heiß, pausieren und Gerät ausschalten. Nur für qualifiziertes, geschultes Fachpersonal.


TECAR / Diathermie in der Veterinärmedizin

Keine Anwendung bei sedierten Tieren: Das Tier muss während der gesamten Behandlung wach und ansprechbar sein. Die Tecar-Therapie arbeitet über Wärmeentwicklung im Gewebe - die einzige verlässliche Rückmeldung über die tatsächlich ankommende Wärme ist die Reaktion des Tieres. Bei sediertem/anästhesiertem Tier entfällt sie; eine Überwärmung wird dann erst bemerkt, wenn bereits ein Schaden entstanden ist.

Absolute Gegenanzeigen:

  • Herzschrittmacher und andere implantierbare elektronische Geräte
  • Trächtigkeit
  • Tumoren und Neoplasien
  • lokale oder systemische Infektionen, Fieber
  • bestehende oder drohende Blutungen und Hämorrhagien, Gerinnungsstörungen
  • Venenthrombose und Thrombophlebitis
  • ischämisches Gewebe (unzureichende Durchblutung)

Nicht auf folgenden Arealen anwenden:

  • Kopfbereich, Augenpartie, Abdomen, Gonaden und Geschlechtsorgane

Relative Gegenanzeigen bei:

  • Bereichen mit herabgesetzter Empfindlichkeit oder neurologischen Ausfällen
  • stark übergewichtigen Tieren
  • akuten Entzündungszuständen, Hautläsionen und aktiven dermatologischen Erkrankungen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Wärme oder Reizungen
  • Metallprothesen, -implantaten und Osteosynthesematerial (leiten und konzentrieren Wärme)
  • offenen Wachstumsfugen bei Jungtieren
  • der Stelle des Mikrochip-Transponders (nicht direkt darüber behandeln)

Vorbereitung des Tieres: Fell im Behandlungsareal scheren oder Kontaktcreme gründlich bis auf die Haut einarbeiten. Neutralelektrode großflächig und satt anliegend platzieren (schlechter Kontakt ist häufigste Verbrennungsursache). Metallische Gegenstände im Stromweg entfernen (Halsbänder, Marken, Geschirr-/Zaumteile mit Metallschnallen). Haut vorab sauber und trocken.

Sicherheitshinweise: Nur durch qualifiziertes, geschultes Fachpersonal. Hauttemperatur regelmäßig prüfen, Elektrode kontinuierlich bewegen. Gerät vor jeder Anwendung prüfen. Tier nie unbeaufsichtigt lassen. Bei Unruhe, Ausweichbewegungen oder Unwohlsein Intensität reduzieren oder abbrechen.

Sollten Sie Fragen zu den Kontraindikationen haben, füllen Sie gerne das unten stehende Formular aus unter Angabe der in Frage stehenden Therapieform. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen. Bitte beachten Sie, dass wir keine medizinische Beratung zur Anwendung in Ihrem spezifischen Fall geben, sondern nur Angaben zur korrekten Anwendung und den Gegenanzeigen machen können. Halten Sie vor der Anwendung Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.