Das Primo Multidyne 970 Elektrotherapiegerät verfügt über alle niedrigen und mittleren Frequenzen in einer Therapieeinheit. Die Elektrotherapie wird bei allen Rehabilitations Maßnahmen, zur Vorbeugung von Muskelatrophie durch muskuloskelettale Verletzungen an Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern, eingesetzt.
Über einen großen Touchscreen können alle Einstellungen vorgenommen werden. Es stehen viele feste Stimulationsprogramme für die unterschiedlichen Pathologien zur Verfügung, dazu können eigene Programme erstellt und abgespeichert werden.
Niederfrequente Stimulationsarten
Diadynamische Ströme wurden schon von Dr. Pierre Bernard eingeführt. Es handelt sich dabei um verschiedene Kombinationen von Halbwellen- und Vollwellen gleichgerichteter 50 Hz-Sinuswellen. Die therapeutischen Vorteile diadynamischer Ströme liegen in der Schmerzlinderung, der Verringerung von Schwellungen und Entzündungen, Steigerung der lokalen Durchblutung, Muskelstärkung und Wiedererlernung.
Das Multidyne 970 produziert DF (Diphasé fixe), MF (Monophase) fixe), CP (courtes périodes), CPiso (courtes périodes isodynamique), LP (Longues Périodes) und RS (Rhythme Syncope) -Signalformen. Zur Erzeugung rhythmischer Ströme können gepulste 50 Hz-Sinusströme zur Auslösung von Muskelkontraktionen eingesetzt werden. Dies kann bei der Verringerung von Ödemen hilfreich sein und einen Anstieg der Durchblutung im behandelten Bereich bewirken.
Faradische Impulse sind von kurzer Dauer (weniger als 1 ms) und wiederholen sich mit einer Rate von 50 Hz. Sie sind normalerweise anschwellend, um rhythmische Muskelkontraktionen zu erzeugen.
Galvanischer oder Gleichstrom wird zur Schmerzlinderung und Iontophorese verwendet. Mit dem Multidyne 970 kann ein breites Spektrum an unterbrochenen galvanischen Impulsen erzeugt werden. Es sind Rechteckimpulse von 10µs bis 1s und andere Formen von 1ms bis 1s verfügbar.
Trabert Strom, manchmal auch als Ultra Reizstrom bezeichnet, hat eine feste Impulsbreite von 2 ms und eine Periode von 7 ms und wird zur Schmerzlinderung verwendet.
Das Medi-Wave-Signal ist eine bipolare, exponentiell abklingende Welle, die die H-Wellenform der Nervensignale (Hoffman-Reflex) emuliert. Bei niedrigen Wiederholungsfrequenzen (2 Hz) kann mit Medi-Wave Strömen eine tiefe, muskelaufbauende Stimulation und bei höheren Frequenzen (60 Hz) eine tiefe, analgetische Schmerzkontrolle erreicht werden.
Mittelfrequente Stimulationsarten
Die Interferenztherapie verwendet mittelfrequente Ströme in 2- oder 4- Polkonfigurationen, um einen niederfrequenten Stimulationseffekt zu erzeugen. Vor der Einführung der Interferenztherapie in der Mitte der 1950er Jahre, wurden niederfrequente Stimulationsarten zur Schmerzlinderung, zur Muskelerziehung usw. verwendet. Diese Stromarten haben jedoch den Nachteil, dass normale menschliche Haut bei solchen Frequenzen eine relativ hohe Impedanz hat, die überwunden werden muss.
Damit die gewünschte Impedanz reeicht werden kann, muss eine größere Spannung eingesetzt werden. Dies sorgt aber für eine für den Patienten unangenehmere Behandlung. Außerdem ist die Eindringtiefe dieser Ströme gering und teilweise begrenzt, durch die Unannehmlichkeiten für den Patienten. Diese sorgen dafür, dass die Stromstärke relativ niedrig bleiben muss.
Die Interferenztherapie kann das Problem der Hautimpedanz überwinden. Bei 50Hz (faradischer Strom) liegt die Impedanz für 100 cm2 Haut bei etwa 3000 Ohm. Bei 4000 Hz (Mittelfrequenz) beträgt die Hautimpedanz bei gleicher Fläche dagegen nur 50 Ohm.
Dies hat zur Folge, dass ein viel niedrigeres Spannungssignal abgegeben werden kann, um den gewünschten Strom zu erzeugen, was geringere Hautirritationen auslöst und für eine komfortablere Behandlung sorgt.
Diese mittlere Frequenz liegt jedoch gut außerhalb des normalen biologischen Frequenzbereichs (0,1 bis 250 Hz). Damit die erforderliche Stimulation erzeugt werden kann, werden zwei mittlere Frequenzen verwendet. Eine konstante Frequenz von beispielsweise 4000 Hz wird an ein Elektrodenpaar angelegt und eine etwas andere Frequenz von beispielsweise 3900 Hz wird auf das andere Paar angewendet.
Diese beiden Frequenzen "interferieren", um eine Amplituden modulierte mittlere Frequenz (Schlagfrequenz) im Gewebe zu erzeugen. Das Gewebe reagiert auf den zyklischen Anstieg und Abfall der Stromstärke. Es ist die Amplitudenmodulation Frequenz (AMF), die innerhalb des normalen biologischen Frequenzbereichs liegt und nicht die mittlere Frequenz (Träger).
Die russische Stimulation wurde von Dr.Y Kotz entwickelt und arbeitet mit 2,5 kHz Sinuswellen. Diese pulsieren mit einer niedrigen Frequenz, um angenehme Muskelkontraktionen zu erzeugen. Die KOTZ Ströme sind ähnlich wie die gewellten 2-poligen Interferenzströme.
Dabei werden die mittelfrequenten Ströme in Bursts zwischen 1 und 100Hz generiert. Bei variabler Arbeit kann auch eine Gesamthüllkurve angelegt werden mit den gewünschten Ruhezeiten. Die Behandlungszeit wird auf die gleiche Weise wie zuvor ausgewählt.
Die Burst-Frequenz kann von 1 Hz bis 100 Hz durch Berühren der Schaltfläche „Burst“ eingestellt werden. 0-10 Hz sind in Schritten von 1 Hz, 10 - 50 Hz in Schritten von 5 Hz und 50 - 100 Hz in 10 Hz Schritten einstellbar. Die für die russische Stimulation verwendeten mittelfrequenten Bursts sind anschwellend, um Arbeits- und Ruhezeiten zu erzeugen.
Die Arbeitszeit ist fest auf 10 sek. eingestellt. Das Verhältnis setzt die Ausschalt- oder Ruhezeit ins Verhältnis zur Arbeitszeit. Hier ein Beispiel: Wenn das Verhältnis auf 1:4 eingestellt ist, beträgt die Arbeitszeit 10sek. und die Ruhezeit 40sek. Durch Drücken auf den Button "Ratio", kann das Verhältnis auf jeden ganzzahligen Wert zwischen 1:1 und 1:5 eingestellt werden.
Der Status wird im unteren, mittleren Fenster des Displays angezeigt. Zusätzlich kann noch der Konstantstrom- oder Konstantspannung Ausgangsmodus über eine dedizierte Taste ausgewählt werden.
Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) bezieht sich auf die Anwendung von Pulsen mit geringer Intensität und kurzer Dauer, zum Zwecke der Schmerzlinderung.
S/D Kurve
In diesem Programm Modus werden rechteckig unterbrochene, galvanische Impulse zum Zeichnen von S/D Kurven erzeugt. Die Ausgabe erfolgt von Kanal A nur bei konstanter Spannung. Zum Aufrufen dieser Funktion wird die S/D Kurventaste in der Liste der Stimulationsarten (nach Mikrostrom) gedrückt.
Die Startimpulsbreite kann von 100ms bis 1s eingestellt werden, die Endimpulsbreite von 10µs bis 1ms. Dies definiert den Bereich der Messungen und damit die Start- und Endpunkte des S/D Graphen. Es muss eine ausreichende Zeitspanne eingegeben werden, um den S/D-Test abzuschließen - 10 Minuten sollten aber mehr als ausreichend sein.
Mit den richtigen Elektroden wird bei dem zu testenden Muskel langsam die Stromstärke erhöht, bis eine Muskelkontraktion eintritt. Der Bildschirm zeigt ein blinkendes Behandlungszeichen und die Achsen des S/D Diagramms werden angezeigt.
Die Grafik am unteren Bildschirmrand zeigt die Impulsbreite und der Fortschrittsbalken zeigt an, wann der Impuls auftritt. Die Pulswiederholrate ist fest auf 20/min. eingestellt. Sobald eine Muskelkontraktion festgestellt wird, wird auf "weiter" geklickt. Der erste Punkt der S/D-Kurve wird aufgezeichnet und die Impulsbreite wird verringert bis zur nächsten Breiteneinstellung.
Jetzt muss die Stromstärke wieder erhöht werden, bis die nächste Muskelkontraktion auftritt - an dieser Stelle wieder "weiter" drücken und der nächste Punkt in der S/D-Kurve wird geplottet. Der Vorgang wird solange wiederholt, bis die Pulsendbreite erreicht ist. Die S/D-Kurve ist jetzt vollständig. Durch drücken auf "Stop" oder manuelles Reduzieren der Stromstärke auf Null Bei Null werden Rheob führt dazu, dass Rheobase und Chronaxie berechnet und angezeigt werden.
Das Multidyne 970 bietet zwei Kanäle mit asymmetrischem, symmetrischem oder sequentiellem Ausgang, mit einer Vielzahl von Impulsbreiten und Wiederholungsraten. Für eine Interferenz Vakuumtherapie kann es mit dem Vacuum 660 verbunden werden.
Mit einem speziellen Verbindungskabel, kann das Multidyne 970 auch in Kombination mit dem Primo Therasonic 460 Ultraschalltherapiegerät genutzt werden. Die Displaysprache ist auf Deutsch einstellbar.
Für weitere Informationen zum Gerät und das verfügbare Zubehör können Sie uns gerne persönlich kontaktieren.